Leitgedanken

Leitgedanken zur Grundhaltung in meiner Arbeit mit Familien und Einzelpersonen:

 

Willkommen Sein
Jeder  Mensch ist willkommen, so wie er ist, wie er denkt und fühlt. Jeder Mensch hat das Recht gesehen und gehört zu werden.

 

Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung
Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung sind die Grundlage in der Arbeit mit Familien. Die nachfolgenden Leitgedanken, an welchen ich mich orientiere, basieren darauf und geben dem Gedanken von Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung wiederum noch mehr Gewicht. Selbstverständlich gelten diese Leitgedanken auch für meine Arbeit mit einzelnen Personen.

 

Wahl
- JedeR macht nur das, was sich für ihn / sie stimmig anfühlt.
- „Nein“ ist somit ein sehr wichtiges und willkommenes Wort: Grenzen werden respektiert. Eltern, Großeltern werden darin unterstützt, gesunde Grenzen zu setzen, um das Baby zu unterstützen.

 

Kurzer häufiger Augenkontakt
Kurzen unterstützenden Blickkontakt aufzunehmen ist sehr hilfreich. Zum einen wird bei jedem, der / die einen solchen Blickkontakt aufnimmt, Serotonin, das „Gutgehhormon“, ausgeschüttet. Zum anderen ist die Familie damit deutlicher im Zusammenhalt.

 

Kontakt und Aufmerksamkeit
Wenn ich den Impuls habe, jemanden berühren zu wollen, nehme ich Blickkontakt auf und frage, ob es in Ordnung ist, wenn ich ihn / sie berühre. Bei einer Zustimmung gehe ich langsam in die Berührung. Auch wenn ich die Berührung wieder auflösen oder etwas ändern möchte, nehme ich Blickkontakt auf. Ich kündige es an und überprüfe, ob meine Absicht bei der anderen Person angekommen ist. Vielleicht muss ich erst noch etwas klären, bis die Person zustimmen kann, bevor ich die Berührung auflöse. Als letztes gehe ich mit meiner Aufmerksamkeit weg.
Dies baut Sicherheit auf. Es hilft vor allem Kindern, sich sicher zu fühlen, dass nichts Unerwartetes kommt.

 

Selbstregulation
Gut für sich selbst zu sorgen ist eine große Unterstützung des Geschehens.
Manchmal sind Kinder sehr schnell und die Erwachsenen / Eltern kommen nicht mehr mit, erschöpfen sich. Dann ist es wichtig, dass die Erwachsenen inne halten, Pausen machen, gut für sich sorgen. Es geht also nicht darum, das Kind zu kontrollieren und das Kind zu Pausen zu animieren. Es geht darum, dass die Erwachsenen gut für sich sorgen. Ein Kind wächst mit einem unregulierten Nervensystem auf, wenn sich die Erwachsenen seiner Umgebung nicht regulieren. Ich – Aussagen sind hierbei wichtig.
Dasselbe gilt für mich, wenn ich mit Kindern arbeite. Ich gehe auf das Tempo des Kindes ein und wenn ich nicht mehr mitkomme, sorge ich für mich, halte inne und sage, dass ich innehalte (oder sonst wie für mich sorge), damit ich dann wieder bei ihm dabei sein kann.

 

Selbstfürsorge
Ich tue das, was ich brauche, um gut für mich zu sorgen: trinken bei Durst, essen bei Hunger, auf die Toilette gehen, bequem sitzen, inne halten... Wenn ich gut für mich sorge, so unterstützt das auch die Person, die gerade bei der Sitzung im Mittelpunkt ist.
Eltern können ein Kind nur dann gut unterstützen, wenn auch sie selbst gut für sich sorgen. Das heißt, gut für uns zu sorgen, unterstützt die Kinder.

 

Vertraulichkeit

 

Ich stehe unter Schweigepflicht.
Die Verschwiegenheit gilt auch für Eltern gegenüber ihren Kindern: die Eltern sollten nichts von den Kindern erzählen, wenn diese nicht einverstanden sind.

 

 

Diese Leitgedanken gelten nicht nur für die Sitzungen mit Familien, sondern sie gelten auch für das Familienleben zu Hause.

 

 

Die Leitgedanken entsprechen den „principles“ von Ray Castellino, und sind übersetzt und überarbeitet von Regina Bücher und Klaus Käppeli.